Ein Reisebericht von Bianca Welsch
Die Anreise:
Nach einem harten Jahr an der Jobfront und einem zu kühlen Sommer in Deutschland stand im Spätherbst 2007 endlich Erholung und Sonne auf dem Programm. Das Ziel: Die Malediven. Und damit auch ein echtes Traumziel. Denn wer denkt dabei nicht an zuckerweißen Sandstrand, Palmen und türkisblaues Wasser?
Mit dieser Aussicht und der Schnorchelausrüstung im Gepäck startete ich mit der Boeing 777-300 der Emirates Airline ab Hamburg in die Ferne. Die Vorfreude war groß, deswegen vielleicht fiel mir an Bord erst spät der doch etwas zu enge Sitzabstand auf, obwohl der Service und das Essen anstandslos waren. Beim Zwischenlanden in Dubai konnte ich dafür problemlos beim freundlichen Bodenpersonal für den Weiterflug auf einen Sitzplatz mit mehr Beinfreiheit umbuchen.
Entspannt kam ich meinem Ziel näher. Die Inselketten der Malediven vom Flugzeug aus zu sehen, zähle ich zu den ersten Highlights. Mehr als 1.100 Inseln drängen sich auf geografisch „engen” 298 Quadratkilometern. Aufgereiht wie auf einer Blumenkette erkennt man um den grünen Kern der Inseln die Ringe der filigranen Korallenatolle und die deutlicher werdende Unterwasserwelt – Natur pur.
Der erste freie Atemzug südlich des Äquators fühlte sich ähnlich einem Besuch im Hamam an. Die Hauptinsel Male war erreicht und langsam schwanden auch nach etwa 11 Stunden Flug die Kräfte. Schließlich war für meine innere Uhr eigentlich tiefste Nacht.
Ich muss deswegen den Transfer zum Resort per Wasserflieger anstatt mit dem Schnellboot empfehlen, das spart Zeit und macht garantiert mehr Spaß. Dies sollte schon zuhause gebucht werden, da ein Upgrade vor Ort teurer ist.
Ein weiterer Tipp: Vom Fensterplatz ganz vorne lassen sich während des halbstündigen Fluges herrliche Luftaufnahmen machen.
Das Royal Island Resort & SPA liegt, von oben betrachtet majestätisch schön, im wenig frequentierten Baa-Atoll, ca. 110 km nördlich von Male.
Mit dem Sinkflug auf mein Eiland stieg nun meine Herzfrequenz – vor Freude. Diese unglaublich strahlenden Farben des Meeres, des Himmels, der dicht bewachsenen grünen Insel – einfach überwältigend. Die graue Tristesse des Alltags lag nun wortwörtlich hinter mir.
Das Resort:
Die Ankunft im Resort glich einem regelrechten Empfangskomitee. Der Generalmanager, mein Roomboy, ein Trommler und verbeugende, lächelnde Bedienstete begrüßten mich mit Blumenkette und einem frischen Kokosnussdrink. So oder so ähnlich wird hier jeder Gast begrüßt.
Gleich zu Beginn fiel mir die überaus lockere und freundliche Art der Malediver in diesem Resort auf. Sie wirkt echt, nicht aufgesetzt. Man spürt ein „EasyWay of Living“ Gefühl, das sich schnell überträgt. Ich weiß, dass ich hier in einem 5-Sterne Hotel bin, indem es gewisse Etiketten gibt. Dennoch scheinen Stress und Hektik nicht zu existieren. Jedenfalls nicht sichtbar.
Das Resort machte einen sehr gepflegten Eindruck. Das Bungalow war recht großräumig, komfortabel, im „Kolonialstil“ eingerichtet, mit offenem Badezimmer, Terrasse und direktem Zugang zum feinen weißen Sandstrand. Die Räumlichkeiten waren makellos sauber. Ich freute mich über die nach meinem Geschmack perfekte Matratzenstärke. Nicht zu hart, nicht zu weich. Das Zimmer verfügte zwar über ein TV-Gerät, allerdings in nicht gerade allerbester Qualität. Aber man ist ja auch nicht zum fernsehen hier.
Hat man sich nach ausgiebigem Schlaf von den Reisestrapazen erholt, gilt es die Angebote des Resorts zu erkunden. Für sportliche Aktivitäten stehen einem zB. Tischtennis, Badminton (in einer eigens überdachten Halle), Tennis mit Flutlicht, Billard und Aerobic zur Verfügung. Für das Wohl von Körper und Seele sorgen weiter ein Restaurant mit internationalem Buffet, 2 Bars, Nachtclub mit Bar und eine Diskothek, die schallisoliert ist.
Wer einen Liebesurlaub im Royal Island Resort verbringt, sollte unbedingt ein romantisches Candle-Light Dinner im A-la-Carte Restaurant Raabondhi einplanen. Die gehobene Küche ist sehr empfehlenswert und beim feinen Dinieren den warmen, weichen Sand am Fuß zu spüren, ist ein besonderes Erlebnis.
Obwohl die Insel nur etwa 800 Meter lang und 200 Meter breit ist, fühlt man sich in ausgesprochen privater Atmosphäre, selbst wenn die Auslastung bei 75% liegt, wie es zu meiner Zeit war. Immerhin gibt es 148 Bungalows. Verwunderlich auch, da bei dieser doch überschaubaren Größe zudem ca. 400 Angestellte beschäftigt sind, die für das Wohl der Gäste, die Versorgung, Koordination und mehr verantwortlich waren. Die „Staff Area“ liegt, wie auch die „Operation Area“ gut im Herzen der Insel versteckt.
Für besonders faule Tage hatte sich der wunderschöne Süßwasserpool bewährt, den man jederzeit nutzen kann, sogar mitten in der Nacht. Hier liegt man am Pool auf breiten Holzliegen unter den Palmen, gleichzeitig lauscht man dem Meer. Verspürt man Lust auf eine Erfrischung, schwimmt man durch den Pool und bestellt vom Wasser aus an der Poolbar seinen frischen Wassermelonensaft. So konnte ich es lange aushalten.
Besonders möchte ich das SPA „Araamu“ mit Sauna, Jacuzzi, Dampfbad und Beauty Salon erwähnen. Hier kann man sich bei entspannenden Anwendungen verwöhnen lassen. In den Tagen meines Aufenthaltes hatte ich das SPA mehr als ein Mal aufgesucht, da das „Preis-Leistungsverhältnis“ mehr als zufrieden stellend war. Die Gesichtsbehandlung „Anti-Stress“ war grandios und mit umgerechnet ca. 40 € nicht zu teuer.
Mit zu den größten Freuden gehörte für mich auch das Abtauchen in das paradiesische Wasser des indischen Ozeans. Die Tauchergründe sind direkt am Hausriff, wie auch an den umliegenden Nachbarinseln exzellent. Neben den vielfältigen Fischarten, die ihren Lebensraum direkt am Riff haben, trifft man je nach Saison mit etwas Glück auch Riesenschildkröten, Mantas, Walhaie oder Hammerhaie im Wasser an. Doch auch die bunten Fischschwärme in niedrigem Wasser bringen unglaublich gute Laune. Von Langeweile also keine Spur.
Für Wasserbegeisterte bot das Resort geführte Taucher- und Schnorchelausflüge an, auch Tauchkurse für die, die es lernen möchten. Hatte man sich tagsüber im Wasser ausgepowert, so konnte man den Cocktail an der Strandbar beim Sonnenuntergang umso besser genießen.
Die Tage vergingen schnell. Als sich meine Reise dem Ende neigte, dachte ich im nächsten Jahr wieder zu kommen. Dann bleibe ich noch etwas länger und mache meinen Tauchschein.
Fazit:
Das Royal Island Resort & SPA ist wunderbar natürlich und von Natur aus erholsam. Für mich war es der perfekte Ort um Energie zu tanken und abzuschalten. Die Anlage ist tadellos, der Strand perfekt. Die 5 Sterne kamen beim Service, beim Essen und beim Ambiente voll zur Geltung.
Und beim Tauchen oder Schnorcheln gilt: Unter Wasser vergisst man alle Sorgen.

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